Demonstration vor dem Rathaus 15. März 2011

Am 17. März stimmt der Bundesrat über die 0-Toleranz bei Saatgut ab - und wie wird sich Bremen verhalten? Wir erwarten, dass Bremen dagegen stimmt - also an der weiteren Unzulässigkeit von gentechnisch verändertem Saatgut festhält.

Dazu wurde ein Sketch aufgeführt.

Der gemeinsame Protest von unserem "Bremer Bündnis gegen Gentechnik in Lebensmitteln" und "Campact" gegen die geplante Aufweichung der Nulltoleranz bei Saatgut hatte Erfolg.

 

Senatssprecher Herrmann Kleen versprach am Dienstagmorgen den Demonstranten  „Bremen wird am Freitag in Berlin gegen eine Lockerung des Verbots stimmen. Schließlich führen wir seit Januar 2011 einen Titel als Gentechnikfreie Region – und das soll auch in Zukunft so bleiben.“

 

 



Fotos: Renate Richter


18. März Bundesrat stimmt für Nulltoleranz

Der jetzt im Original vom Bundesrat angenommene  Antrag aus Bayern fordert, es müsse „im Gentechnikgesetz unmissverständlich klargestellt werden, dass für die Reinheit von Saatgut einzustehen hat, wer es einführt oder sonst erstmals in den Verkehr bringt.

„Diese krachende Niederlage für die Gentechnik-Lobby ist der Erfolg massiven Engagements von Bürgerinnen und Bürgern in den vergangenen Tagen“, sagte Astrid Goltz vom Kampagnen-Netzwerk Campact, das zusammen mit der Initiative „Save Our Seeds“ die Proteste organisiert hatte.

Die 42 Organisationen und Initiativen fordern, weiterhin jede gentechnische Verunreinigung von Saatgut zu verhindern, verpflichtende Selbstkontrollen für Saatguterzeuger einzuführen und Saatgut unverzüglich aus dem Verkehr zu ziehen, wenn darin gentechnische Verunreinigungen festgestellt werden; egal in welcher Konzentration. Für die Kosten müsse das Verursacherprinzip gelten.

"Ein guter Tag für die gentechnikfreie Landwirtschaft und Ernährung!" freute sich Benedikt Härlin von Save Our Seeds, "Agro-Gentechnik ist und bleibt in Deutschland nicht durchsetzbar. Die Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut muss in Deutschland, aber auch in Europa weiterhin ohne Wenn und Aber gelten.“

Bremen ist gentenikfreie Region ...

denn in Bremen haben sich von den rund 200 Landwirten 106 die freiwillige Selbstverpflichtung unterschrieben, dass sie „wissentlich kein gentechnisch verändertes Saat- oder Pflanzengut“ verwenden. Zusammen bewirtschaften diese Landwirte eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 5.600 ha. Damit wurde der für das Label erforderliche Mindestanteil von 66 Prozent erreicht und Anfang 2011 konnte die „Gentechnikfreie Region Bremen“ ausgerufen werden.

Kennzeichnungspflicht

Mit der EU-Verordnung über genetisch veränderte Lebens- und Futtermittel (Nr. 1829/2003) trat am 18. April 2004 eine verbesserte Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel in Kraft. Weiterhin von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert worden sind, also Milch, Fleisch und Eier. Das ist umso ärgerlicher, als 80 Prozent aller Gentech- Pflanzen ins Tierfutter wandern.

Wie kann ich mich gentechnikfrei ernähren?
Im ökologischen Landbau ist der Einsatz der Agro- Gentechnik nicht erlaubt, deshalb sind Bio-Lebensmittel erste Wahl. Ansonsten die Mahlzeiten aus frischen Zutaten selbst zubereiten und Fertigprodukte und "Schnelle Küche" meiden. Generell gilt nämlich: Je stärker ein Gericht vorproduziert ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Inhaltsstoffe mit Gentechnik in Berührung gekommen sind. Bei tierischen Produkten, wenn sie nicht aus dem Ökolandbau kommen, auf das Zeichen „Ohne Gentechnik“ achten.