Was sollten die wichtigsten Ziele eines Projekts „Biostadt Bremen“ sein?

Damit die unbestrittenen Vorteile ökologischer Lebensmittel für Gesundheit und Umwelt einen noch stärkeren Niederschlag in den Essgewohnheiten der Bremer VerbraucherInnen finden, mehr Bio-Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen verwendet und mehr Landwirte aus der Bremer Region zum Umstieg auf den Ökolandbau ermutigt werden, soll nach Ansicht von Bremer EVG und Verein Sozialökologie mit dem Projekt „Biostadt Bremen“ die Erreichung folgender Ziele angestrebt werden:

  • In öffentlichen Einrichtung wie Kitas, Schulen, Mensen und Kantinen der kommunalen Verwaltung soll der Einsatz von ökologisch erzeugten Lebensmitteln (vorrangig aus der Region) ebenso gefördert und gesteigert werden wie
  • bei städtischen Veranstaltungen, kommunal kontrollierten Großveranstaltung (Messe Bremen etc.) und Bremer "Events" wie Schaffermahlzeit, Eiswette, Stadtfesten, Bundesligaspielen etc. Ziel mindestens 50 Prozent Bio-Anteil bis 2020.
  • Das bereits vorhandene breite Spektrum von regionalen Erzeugern, Verarbeitern und Vermarktern ökologischer Lebensmittel ist effektiver zu vernetzen und die Kooperation von lokalen Öko-Akteuren mit kommunalen Einrichtungen ist zu verbessern.
  • Die Arbeit von Vereinen/Verbänden soll stärker unterstützt werden, die nachhaltig wirkende Aktionen und Projekte zur Umsetzung des Projekts "BioStadt Bremen" planen und realisieren.
  • Die bremischen Landwirte sollen durch verstärkte Nachfrage aus dem öffentlichen Bereich und eine erhöhte Öko-Prämie zur Umstellung auf den ökologischen Landbau zu ermutigen, so dass bis zum Jahr 2020 möglichst 50% der Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.
  • Durch Öffentlichkeitsarbeit und Verbraucherinformationen soll eine erhöhte Aufmerksamkeit und Sensibilisierung der Bremer Bürgerinnen und Bürger für eine Ernährung mit Bio-Lebensmitteln und Produkten des Fairen Handels erzielt werden.              

Ende September sechs Jahre später im Jahr 2014:

Die BioStadt soll 'Wirklichkeit' werden!

Weser-Kurier 25. Sept. 2014

"Hundert Prozent Biokost in den Kindergärten, ein Salat to go in der Halbzeitpause bei Werder Bremen, eine Gemüseplatte im Bayernzelt auf dem Freimarkt. . . Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt beim Konzept „Biostadt Bremen“. Noch gibt es nur Gedankenspiele. Eine Ideensammlung, was gehen könnte, damit in Bremen gesünder gegessen wird. Aber ohne Frage kommt nach Jahren des Stillstands jetzt Bewegung ins Thema. Und die scheint nicht einmal am Geld zu scheitern." mehr >>>

 

 

Pressebericht in der TAZ 6. Okt. 2014

Mehr Biokost für Bremen - Das Projekt „Biostadt“ ist gestartet – sechs Jahre nach der Entwicklung des Konzepts. Das Bremer „Schulobstprogramm“ gehört allerdings nicht dazu.

Von der Idee zur politischen Unterstützung

In diesem Kontext präsentierte der Verein Sozialökologie – in Kooperation mit der Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft (EVG) - auf einer Fachtagung im November 2008 in der Bremischen Bürgerschaft die Idee einer „Biostadt Bremen“ sowie eine „Bio-Vision“ zur Entwicklung des ökologischen Landbaus und des Absatzes von Bio-Lebensmitteln in der Stadt Bremen bis zum Jahr 2020.

Angeregt durch einen Vortrag von Frau Angelika Lintzmeyer vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München über das Vorbild „Biostadt München“, fand das dort vom Verein Sozialökologie entwickelte Szenario und Leitbild „Biostadt Bremen: ökologisch – regional - fair“ bei den TeilnehmerInnen der Tagung große Zustimmung.

Die Idee einer „Biostadt Bremen“ wurde im nächsten Jahr von Bündnis 90/Die Grünen aufgegriffen und als Antrag in die Stadtbürgerschaft eingebracht. Am 13. Mai 2009 beschloss diese dann mit großer Mehrheit (nur die FDP war dagegen), dass der Senat aufgefordert wird, „ein Konzept unter der Marke Biostadt Bremen“ vorzulegen. Das Projekt einer „Biostadt Bremen“ fand im Jahr 2011 Eingang in die Koalitionsvertrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

Bremen ist BioStadt

und seit 4. Februar 2016 Teil des Netzwerkes Biostädte

zusammen mit

Hintergrund

Immer mehr Menschen in Deutschland legen Wert auf Lebensmittel aus ökolo­gischem Landbau. Der sich seit Jahren abzeichnende Trend zu ökologischer Ernährung ist sowohl als Reaktion auf die Verun­sicherung der Verbraucher­Innen durch diverse Lebensmittel­skandale (z. B. Gammel­fleisch, Dioxine in Futtermitteln und übermäßiger Einsatz von Anti­biotika in der tierquäl­erischen Massen­tierhaltung) als auch zunehmend auf eine generelle Sensibili­sierung für die ökologischen Themen unserer Zeit (Ernährungs­krise, Klima­wandel, Risiken der Gentechnik etc.) zu verstehen.

Pressemitteilung 17. Sept. 14

Projekt „Biostadt Bremen“ endlich auf den Weg gebracht!

Auf der morgigen Sitzung der Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen soll nun endlich das Projekt „Biostadt Bremen“ auf den Weg gebracht werden, so ist es zumindest einer Vorlage des Wirtschaftssenators für die morgige Sitzung der Deputation in Bremerhaven zu entnehmen. Der Verein SozialÖkologie und die Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft (EVG) begrüßen diese kaum noch erwartete Entwicklung sehr, hatten sie doch diese aus München stammende Idee bereits im November 2008 im Rahmen einer Fachtagung mit dem Titel „Biostadt Bremen“ der Öffentlichkeit präsentiert. Auf Initiative der Bremer Grünen und auf Beschluss der Stadtbürgerschaft erstellten dann 2010 die Verbraucherzentrale Bremen, die Bremer EVG und der Verein SozialÖkologie ein Konzept „Biostadt Bremen“, das sich seitdem in einer rot-grünen Warteschlange befand.

 „Mit der zu erwartenden Zustimmung der Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen zur Umsetzung des Projekts Biostadt Bremen sind die Weichen nun dafür gestellt, die regionale Ernährungswirtschaft zu stärken, mehr Bio-Produkte in der Region zu erzeugen und mehr Bio in öffentlichen Einrichtungen, bei Bremer Großveranstaltungen und in der Gastronomie einzusetzen“, so Peter Bargfrede von der Bremer EVG.  Bremen besitzt jetzt im Bundesgebiet ein Alleinstellungsmerkmal: es ist nicht nur Hauptstadt des Fairen Handels, sondern auch 'Biostadt' und hat zudem ambitionierte sozial-ökologische Beschaffungsrichtlinien. "Bio und Fair bilden ein starkes Paar, sie stehen für das ökologische und soziale Engagement der Stadt und könnten die positive Wahrnehmung der Hansestadt 'buten un binnen' erheblich verstärken", so Bargfrede weiter und Thomas Warnken von der VerbraucherAnStiftung hofft, "dass Bremen diesem Leitbild nun auch gerecht wird und die geplanten Projekte mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausstattet“. Die Bremer Stiftung unterstützt bereits seit vielen Jahren Bremer Projekte des ökologischen Landbaus und eines nachhaltigen Konsums.

Monika Baalmann vom Verein SozialÖkologie - dem Förderverein für den ökologischen Landbau in der Bremer Region - betont, „dass immer mehr Menschen Wert auf umweltschonend erzeugte und gesunde Lebensmittel Wert legen, die tierquälerische Form der Massentierhaltung ablehnen und für faire Handelsbeziehungen eintreten“. Besonders freut sie sich darüber, dass in den geplanten Projekten zur Umsetzung des Biostadt-Konzepts auch die Steigerung des Öko-Angebots in Kitas und Schulen vorgesehen ist. „Gemeinsam mit der Vernetzungsstelle Schulverpflegung, den KöchInnen und EinkaufsleiterInnen der öffentlichen Einrichtungen werden wir versuchen, den Einsatz von Bio-Lebensmitteln z.B. durch saisonal-regionalen Einkauf, so zu erhöhen, dass keine großen Mehrkosten entstehen. Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass dies möglich ist“, so Monika Baalmann.

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