Backstube Am Mühlenberg - Kartoffeln von Hand geschält

Um zwei Uhr nachts geht’s los in der Backstube. Als Klaus und ich um 8.30 Uhr ankamen, um Fotos zu machen, war Ulrike, die Kuchenfee, gerade noch mit Donauwellen und herzhaften Blätterteigstangen beschäftigt, Detlef schnitt die Nussecken zu, Schulpraktikant Tobias schälte Kartoffeln fürs Kartoffelbrot für den nächsten Tag, Ralf räumte schon mal auf – dann war Feierabend. Die Backnacht für den Freitag beginnt schon am Donnerstag um 23 Uhr. Die Bäcker passen ihren Schlaf den Arbeitszeiten an, geschlafen wird in zwei Etappen – vor und nach der Arbeit.
Gaby Holthausen, Bäckerin, und Robert Haverkamp, Bäckermeister, führen die Bäckerei seit 23 Jahren, d.h. öfters mal eine 6 Tagewoche und gerade mal 2 Wochen Betriebsferien im Jahr. Das muss man schon gemeinsam aus Liebe zum traditionellen Handwerk und zur Biobäckerei machen. Angefangen haben sie im Parzivalhof in Quelkhorn innerhalb der Stiftung Leben und Arbeiten, in der Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammen arbeiten und wohnen.
Als die Stiftung vor drei Jahren das Niels-Stensen Haus kaufte, konnte die Backstube die doppelt so großen Räume mieten. Leider folgte nur eine der mitarbeitenden Betreuten ihrer Firma an den neuen Lebensort. Gaby ist eher für Verwaltung und Vertrieb zuständig, Robert für die Produktion von 2.300 Broten pro Woche plus Kuchen plus Kleingebäck. Vorteige, eingeweichte Körner und Brotteige müssen angesetzt werden, Hefeteig wird selber zu Blätterteig gezogen und der große neue Thermo-Roll-Backofen muss bedient werden. Er hält optimal die Wärme, weil Öl statt Wasser in den Rohren ist, und die Brote werden praktischerweise auf einem Rollwagen hineingeschoben. Die Mitarbeiter/innen werden nach Bäckertarif bezahlt. Für Robert ist die Arbeit trotz Dauerstress befriedigend, weil es gelingt, dass alle Backwaren bestmögliche Qualität haben. Es wird nach alter Handwerkskunst, mit Sorgfalt und der nötigen Zeit gearbeitet.

Alle Zutaten sind nach Möglichkeit demeter-Qualität von Kornkraft und der Bauck-Mühle. Dort wird das Mehl besonders langsam und schonend mit einer Steinmühle gemahlen. Dinkel und Roggen bezieht man bauerntreu seit 15 Jahre von Gerdo Garbes aus Kuhlrade in Mecklenburg-Vorpommern. Man kennt sich und besucht sich ab und zu. Gerdo lässt den Dinkel reinigen und entspelzen. Vermahlen wird er auf der Osttiroler Steinmühle der Backstube.
Mit zwei eigenen Lieferwagen wird alles zu 34 Naturkostläden und zu den Lebensorten der Stiftung gebracht. Auch für die Seminare im Niels-Stensen-Haus wird geliefert.
Mit direktem Blick in die Backstube und dem köstlichen Duft in der Nase kann von 7.30 bis 12.30 Uhr vor Ort eingekauft werden. Wir durften von den ganz frischen Franzbrötchen kosten – ganz fluffig mit feinstem Zimt-Butteraroma - ein Gedicht!!! RR

Frische Backwaren von der Backstube am Mühlenberg gibt es im Bauernladen jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag.

Kontakt

Backstube Am Mühlenberg

28865 Worphausen

 

WEbseite der Backstube