Auf dem Naturlandhof Familie Schumacher

Drei Generationen unter einem Dach – Barbara und Stefan mit ihren fünf Kindern Femke, Anton, Gesa, Konrad und Johannes, zwischen fünf und 13 Jahre alt, die Großeltern Rita und Heinrich leben auf dem Hof zusammen mit dem Hofhund Josef, sieben Galloway Rindern, einem Esel („auf der Rinderweide ist er der Chef!“), 20 Schweinen, Hühnern und einer Katze.
Rita hat dafür gesorgt, dass es einen Hofladen gibt, der jeden Tag von 9 bis 12.30 und von 15 bis 18.30 Uhr geöffnet ist. Hier können besondere selbstgeeinmachte Leckereien erstanden werden wie Suppenklößchen oder Gläser mit zarten jungen Palbohnen.

Stefan erzählte uns die Geschichte des Hofes: Sein Vater Heinrich hatte den kleinen Hof in den 60iger Jahren vom früh verstorbenen Vater übernommen und sich zunächst auf Schweinemast spezialisiert. Von Stefan wurde erwartet, dass er den Hof weiterführt. Also machte er in den 80iger Jahren eine Landwirtschaftslehre. Die industrielle Tierhaltung war da zwar noch nicht so ausgeprägt wie heute, aber der Umgang mit den Tieren gefiel ihm schon damals nicht. Er machte sein Abitur nach und ging als Entwicklungshelfer nach Westafrika. Der Kick kam beim Landwirtschaftsstudium in Osnabrück: er spezialisierte sich und schrieb seine Diplomarbeit über ökologische Betriebsumstellung. Nach einigen Auseinandersetzungen war klar: Stefan führt den Hof zusammen mit seinem Vater fort und stellte 1998/99 auf ökologischen Landbau um.
Auch Heinrich ist damit sehr zufrieden, die Arbeit macht mehr Spass. Seit der Umstellung haben die Tiere (180 bis 200 Schweine im Jahr) kaum noch Krankheiten, es gibt keine Todesfälle und keine Tierarztrechnungen mehr

Stefan macht es Spass, über die Arbeit zu berichten und Kontakt zu den Kunden zu haben, also fing er mit einem kleinen Marktstand in Verden an, es wurde Gemüse angebaut, jemand eingestellt, dann kam ein zweiter Marktstand dazu, weitere Einstellungen – und inzwischen arbeiten fünf fest Angestellte auf dem Hof. Im Sommer ist ganz viel zu tun, dafür gibt es mehr Freizeit im Winter. Der Schumacherhof ist anerkannt für Hofführungen und Besichtigungen, die vergütet werden. Dabei müssen alle besondere Schutzkleidung tragen nach den Vorschriften des Veterinäramtes. Stefan hat den Eindruck, dass kleine Betriebe öfter und genauer kontrolliert werden als große, weil die sich nicht so einfach juristisch dagegen wehren können und die Kontrollarbeit auf großen Höfen zu viel Arbeit macht. Also muss man für gute Stimmung miteinander sorgen!

Jede Woche werden zwei Schweine am Abend vorher zum zertifizierten Hausschlachter bei Bassum gebracht, der Wurst, Speck und Schinken macht „so wie früher“. Im Gegensatz zur konventionellen Schweinemast, bei der die Tiere nach vier Monaten mit 100 kg geschlachtet werden, erreichen sie bei Familie Schumacher nach acht Monaten ihre 140 kg. Natürlich unterliegt auch der ökologische Landbau erheblichen ökonomischen Zwängen, die nehmen eher noch zu, hat Stefan das Gefühl. Aber andererseits kommt man ganz gut zurecht durch die vielen zufriedenen Kunden und regelmäßige Abnehmer wie der Bauernladen, Oekotop und die Scheune in Fischerhude.

In großen Folientunneln wachsen Gurken, Tomaten, Paprika, Salate, Postelein, Zuckermais, Kohlrabi, Radieschen, Kräuter, Erdbeeren. Da es bei uns im Winter zu wenig Licht gibt, kann man alles erst später ernten als in den Mittelmeerländern. Im März/April wird bei Bedarf mit Gas geheizt. Bei Familie Schumacher wird der Salat erst geerntet, wenn er richtig groß und kräftig, also sein Geld auch wert ist.
Stefan ist auch noch Betriebsleiter bei Michael Homann in Blender, von dem er seit 18 Jahren Gemüsejungpflanzen bezieht und der alle norddeutschen Biobetriebe beliefert. Für die Grünen engagiert sich Stefan im Gemeinderat. Für Galloway- Rinder hat man sich entschieden, weil es extensive Fleischrinder sind, die immer draußen sein können und sich mit den vorhandenen anspruchslosen Weiden zufrieden geben.
Zum Abschluss gab es den besten Zuckerbutterkuchen, den wir jemals gegessen haben – außer vielleicht in unseren Kindheitserinnerungen. Und Rita verriet uns gerne ihr Geheimnis: Den Hefeteig gleich aufs Blech geben und dort nur einmal gehen lassen („am besten ganz vergessen“) - und dann in den sehr heißen Backofen.
Besondere Bestellungen wie Nierchen, Schweinebäckchen o. ä. nehmen Schumachers gerne an.

RR

Kontakt

Demeter Hof

Heinrich und Stefan Schumacher

27321 Emtinghausen

www.biohof-schumacher.de

 

Biohof Heinrich und Stefan Schumacher jetzt Mitglied bei Demeter e.V.

Stefan Schumacher ist neuerdings Mitglied bei Demeter e.V.. Der Hof ist zertifiziert nach den Richtlinien für Demeter-Qualität. Vorher gehörte er zum Naturland-Verband für ökologischen Landbau e.V.. Stefan erläuterte uns seine Entscheidung:

„Ich fühle mich bei Demeter wohler und besser aufgehoben. All meine Entscheidungen und die Entwicklung des Hofes haben Berührungspunkte mit Demeter gehabt oder sind durch Demeter angeregt worden. Als wir den Betrieb umstellten, waren die Demeter-Anforderungen zunächst zu hoch. Wir haben uns für kleine Schritte entschieden und nach und nach alles  entsprechend den Demeter-Richtlinien bearbeitet, Unser Hof spiegelt das wider mit seinem geschlossenen Kreislauf mit Gemüseanbau und Tierhaltung, so dass wir uns jetzt die Zertifizierung zutrauen konnten. Das ist eine Belohnung für unsere langjährige Arbeit.

Gerade kleine ökologische Betriebe müssen sich in Anbetracht des wirtschaftlichen Wandels anders präsentieren. Demeter steht für qualitativ hochwertigere Produkte, das kommt auch bei unseren Kunden an“.