Bremen ist Spitzenreiter im Ökolandbau! (Pressemitteilung vom 10. Aug. 2017)

Immer mehr Bremer Landwirte haben ihren Betrieb in den letzten Jahren auf den ökologischen Landbau umgestellt. Mittlerweile gibt es 22 Bio-Betriebe die auf 1.514 ha eine umweltfreundliche Landwirtschaft ohne Pestizide, chemisch- synthetischen Mineraldünger und Gentechnik praktizieren. Nach den kürzlich veröffentlichen neuesten Strukturdaten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung werden damit 18,8 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Bremen ökologisch bewirtschaftet, das sind 19,4 Prozent mehr als im Vorjahr. „Damit ist Bremen jetzt bundesweiter Spitzenreiter im Öko-Landbau, noch vor Berlin und dem Saarland, darüber freuen wir uns sehr“, so Peter Bargfrede vom Verein SozialÖkologie, Förderverein für den ökologischen Landbau in der Bremer Region.

Bremen hat besonders gute Voraussetzungen um „die“ Bio-Region in Deutschland zu werden. Hier wohnen viele umweltbewusste Verbraucher, es gibt eine engagierte Öko-Szene und immer mehr Landwirte die erkannt haben, dass der Ökolandbau nachhaltig und zukunftsfähig ist. Auch das vor ein paar Jahren auf Initiative von Verein SozialÖkologie und Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft (EVG) gestartete Projekt „BioStadt Bremen“ soll dazu beitragen, die Nachfrage noch Bio-Lebensmitteln aus der Region weiter zu stärken. „Bremen hat sich damit verpflichtet, dass in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung bevorzugt Lebensmittel aus dem ökologischen Landbau eingesetzt werden“, so Bargfrede weiter.

Einen weiteren Schub für den Ökolandbau erhofft sich der Verein SozialÖkologie durch einen fünfjährigen Öko-Aktionsplan, den der Senat bis Ende September diesen Jahres der Stadtbürgerschaft vorlegen muss. Dazu wurde er - auf Grundlage eines Bürgerantrags vom ABB (Agrarpolitisches Bündnis Bremen) -  mit einem Beschluss der Bürgerschaft vom 20. September 2016 aufgefordert. Der Aktionsplan soll aufzeigen, wie bis 2022 in öffentlichen Kitas, Schulen und Kantinen Milch- und Fleischprodukte nur noch aus der ökologischen Landwirtschaft kommen dürfen. In Krankenhäuser sollen es bis 2024 etwas weniger sein: 75 Prozent. „Ein solcher mehrstufiger Aktionsplan wäre bundesweit einmalig und würde die Hansestadt zum Vorreiter einer gesunden und nachhaltigen Ernährung im Verantwortungsbereich einer Großstadt machen. Wir hoffen, dass Senat und Bürgerschaft diese Chance jetzt nutzt und den Aktionsplan beschließt. Dies wäre auch eine Ermutigung für andere Bremer Landwirte, ihren Betrieb auf den Ökolandbau umzustellen", so Peter Bargfrede, der auch Vertrauensperson des Bürgerantrags und Sprecher des ABB ist.

Der Verein SozialÖkologie,

Partner der Bremer Erzeuger Verbraucher Genossenschaft (EVG), ist der Förderverein für den ökologischen Landbau in der Bremer Region.
Während die Bremer EVG die Bio-Bauern bei der kooperativen Vermarktung ihrer Produkte unterstützt wird die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit vom gemeinnützigen Teil des Projekts, dem Verein Sozialökologie (VSÖ), wahrgenommen.
Bereits seit 1987 organisiert er agrar- und verbraucherpolitische Seminare, Veranstaltungen, Projekte und Tagungen zu den Themen Ökolandbau, Agro-Gentechnik und nachhaltiger Konsum und gibt Info-Broschüren heraus.

Hier einige aktuelle Beispiele aus der Arbeit des Vereins:

  • Exkursionen und Hofbesichtigungen zu Bio-Betrieben in der Region 
  • Bio-Einkaufsführer - gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Bremen – für Bremen, Bremerhaven und umzu
  • Koordination und Durchführung der „Bremer Aktionstage Ökolandbau“
  • Veranstaltungsreihen zu den Themen Gentechnik in der Landwirtschaft, Lebensmittelqualität, nachhaltiger Konsum etc.
  • Fachtagungen z. B. zu Themen wie „Öko-Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung“ oder „Biostadt Bremen“
  • Projektentwicklung: Kooperative Logistik, "Bremer BioBratwurst" und "Bio-Backstube auf dem Weihnachtsmarkt"
  • Initiierung eines Netzwerkes „BioStadt Bremen“
  • Mitarbeit im Agrarpolitischen Bündnis Bremen

 

Der VSÖ engagiert sich für eine klimafreundliche, ökologische, gentechnikfreie Landwirtschaft in der Bremer Region und  eine artgerechte Tierhaltung. Er unterstützt den Einsatz von Bio-Produkten in Bremer KITAS, Schulen und der Gastronomie und setzt sich für die Ökologisierung von Bremer Großveranstaltungen ein. Der VSÖ beteiligte sich auch an Projekten im Rahmen des Bundesprogramms Ökolandbau, ist aktives Mitglied im Verein Nordlichter-Region Weserland e.V. mit der Marke „Weserklasse“ und hat die Gründung eines „Bremer Biobauerntreffens“ – gemeinsam mit dem BUND – initiiert.

Der neue Einkaufsführer ist da



und kann hier heruntergeladen werden.


Tätigkeitsbereiche des Fördervereins:

  • Lobbyarbeit

Zur Veränderung der agrar-, verbraucher- und umweltpolitschen Rahmen­bedingungen

  • Bildungsarbeit

Zur Verbreitung der sozialen und ökologischen Prinzipien nachhaltigen Wirtschaftens

  • Öffentlichkeits-arbeit

In Form v. Aktionen, Tagungen, Veranstal­tungen und der jährlichen Aktionstage, Aufbau eines Informationszentrums

  • Vermarktungs-förderung

In den nächsten Jahren durch die "10% Mitmach-Kampagne" unter dem Motto: Ökologisch und Regional ist erste Wahl

  • gemeinnützige Stiftung

Zur Förderung beispiel­hafter sozialökologischer Projekte in der Region, insbes. im Ökologischen Landbau wurde die "VerbraucherAn-Stiftung" gegründet

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